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SUMMARY:Vortrag: Prof. Sun Lixin: Die „Konfuziusgesellschaft“ und der kulturelle Austausch zwischen China und Deutschland
DESCRIPTION:Die „Konfuziusgesellschaft“ und der kulturelle Austausch zwischen China und Deutschland\nProf. Sun Lixin (Shandong University)\nZeit: 16.10.24\, 16-18 Uhr\nOrt: KWZ 0.610\nVon der Masse der christlichen Missionare\, die im 19. und 20. Jahrhundert nach China kamen\, hob sich Richard Wilhelm (1873-1930)\, ein deutscher Missionar des Allgemeinen evangelisch-protestantischen Missionsvereins\, auf bemerkenswerte Weise ab. Als „intimer Schüler“ des berühmten deutschen religiösen Sozialisten Christoph Blumhardt taufte Wilhelm in China keine Chinesen. Für das chinesische Volk\, das unter der Knute des Imperialismus litt\, war Wilhelm voller Sympathie. Auch zeigte er großes Interesse an chinesischer Geschichte und Kultur. Aus einer auf Christus zentrierten religiösen Sichtweise\, nahm er eine neue Missionsmethode an\, deren Hauptinhalt darin bestand\, sich „auf das einfache Leben nach christlichen Grundsätzen zu beschränken\, durch Schule und Hospital zu wirken\, mit den Menschen zusammenzuleben und ihnen innerlich nahe zu kommen“. Durch den engen Kontakt mit allen Bereichen der chinesischen Gesellschaft und seinen persönlichen Erfahrungen mit der chinesischen Kultur lernte Wilhelm nicht nur allmählich den spirituellen Ursprung des harmonischen Lebens der Chinesen kennen\, sondern entwickelte auch eine innige Bewunderung für Konfuzius. Er gründete zusammen mit einigen ehemaligen Adligen und Ministern der Qing Dynastie 1913 in Qingdao die „Konfuziusgesellschaft“. Diese Gesellschaft war weder eine retro-orientierte Institution noch eine rein akademische Einrichtung. Die Gründung der „Konfuziusgesellschaft“ basierte auf der konkreten Praxis der missionarischen Idee von Wilhelm\, die versuchte\, durch Übersetzungen\, Vorträge und wissenschaftliche Veröffentlichungen Anknüpfung und Zusammenarbeit auf geistigem Gebiet zwischen Ost und West zu bewirken. Bei der Förderung des kulturellen Austauschs zwischen China und Deutschland hat die Gründung der Konfuziusgesellschaft eine äußerst wichtige Rolle gespielt. \nProf. Sun Lixin \nSun Lixin ist Professor für Weltgeschichte an der Shandong-Universität in Jinan\, China. In seiner wissenschaftlichen Arbeit konzentriert er sich auf die Neuere Geschichte Deutschlands und Zeitgeschichte\, mit einer Vielzahl von Publikationen u.a. zur politischen Geschichte\, Kulturgeschichte\, Geschichte der Geschichtsschreibung und den deutsch-chinesischen Beziehungen. Wichtige Veröffentlichungen sind: Das Chinabild der deutschen protestantischen Missionare des 19. Jahrhunderts – Eine Fallstudie zum Problem interkultureller Begegnung und Wahrnehmung (Marburg 2002)\, Abhandlungen über die Geschichte der deutsch-chinesischen Beziehungen in der Neuzeit (Beijing 2014)\, Studien zur Geschichtsschreibung der Bundesrepublik Deutschland: Unter besonderer Berücksichtigung der historiographischen Kontroverse um die NS-Frage (mit Meng Zhongjie u. Fan Dingliang\, Beijing 2018) und Allgemeine Geschichte Deutschlands · Band II: Das Zeitalter des gespaltenen Glaubens (Nanjing 2019). \n  \nVeranstalter: \n \n \n  \nBild:青岛礼贤书院大门 (Richard Wilhelm School Tsingtau)\, Public Domain (China\, Taiwan). Abridged link: https://s.gwdg.de/qUl8xA
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